Kulturwandertage

Kunst und Kultur kennenlernen, selbst kreativ werden, ausprobieren, Ideen entwickeln beim Tanzen, Musik machen, Theater spielen, Texte schreiben, Filmclips drehen, Malen und vieles mehr – das ist das Ziel des Landesprogramms »Kulturrucksack« für Kinder und Jugendliche von 10 bis 14 Jahren.

Seit 2012 wird der »Kulturrucksack« umgesetzt – in Bielefeld unter dem Namen »Kulturwandertage«. Zahlreiche Bielefelder Künstler*innen, Kunst- und Kultureinrichtungen wie auch Vereine entwickeln spannende, altersgemäße, kulturelle Angebote aus verschiedenen Sparten, die die 10–14-jährigen außerhalb ihrer Schulen in Theatern, Museen und Jugend-, Kunst- und Kultureinrichtungen auswählen und aktiv erleben können. Dies ist möglich als kurze Workshops, Projekte über einen längeren Zeitraum oder auch als Ferienunternehmung – im Klassenverband über die Schule oder als Gruppe in Jugend- und Kultureinrichtungen.
Informieren – auswählen – mitmachen – Spaß haben.

Und das Beste: Die Teilnahme kostet nichts!

 

Vorstellung ausgewählter Kulturrucksack-Projekte 2025

Der Workshop „Sieh deine Stadt“ von der Künstlerin Simone Adams-Weggen und dem Künstler Laurin David-Weggen lud die Schüler*innen des 7. Jahrgangs dazu ein, ihre Umgebung und Stadt bewusst wahrzunehmen.

In Kleingruppen, mit modernen Kameras ausgestattet, wurden unterschiedliche Facetten des urbanen Raums erkundet, die kontrastreicher kaum sein könnten: graue Häuserblöcke und grüne Parks, dunkle Treppenhäuser und angestrahlte Bäume, die in den Himmel ragen, das alte Rathaus etc.

Im Anschluss wählten die Teilnehmenden ihr Lieblingsfoto aus, das durch einen Mini-Drucker gedruckt wurde. Das Foto wurde auf ein größeres Aquarellblatt geklebt und bot Raum, die eigene Stadt weiterzudenken und mit Filzstiften zu gestalten.  Der Kreativität keine Grenzen zu setzen und die Begrenzungen des Fotos bewusst zu überschreiten, war das Motto des Workshops. Über die Grenzen der Wahrnehmung hinauszuwachsen und ein Verständnis für die Individualität von Perspektiven zu entwickeln, lernten die Schüler*innen in den vier gemeinsamen Stunden.

Dabei sammeln sie wertvolle Erfahrungen für ihren Alltag. Achtsam und bewusst durch das Leben zu gehen und die Umgebung mit offenen Augen wahrzunehmen, war das zentrale Lernziel.

Der Workshop von Simone Adams-Weggen verband die Fotografie mit der Malerei und stellte individuelle und bewusste Wahrnehmung mit Fragen „Wo lebe ich?“, „Was ist hier überhaupt?“ und „Wie kann ich meine Stadt und meinen Lebensraum neu erfinden?“ in den Mittelpunkt.

 

Sieh‘ deine Stadt: Zwischen Fotografie und Malerei | Kulturrucksack NRW

Die Kunsthalle Bielefeld will neue Impulse für das eigene Handeln geben und zu einer offenen Gesellschaft beitragen. Kunst soll inspirieren, Fragen aufwerfen und Veränderungen anstoßen.

Kulturwandertage

Der Workshop „Kunsthallen-Entdeckungstour“ mit Zuhal Özbey für Schüler*innen der 7. Klasse bestand aus drei Teilen: Zuerst erkundeten sie verborgene Bereiche der Kunsthalle, dann betrachteten sie Werke der aktuellen Ausstellung der belgischen Künstlerin Edith Dekyndt („Erzähl uns etwas, das niemand weiß“) und setzten sich mit komplexen Themen wie Geschichte, Materialität, Natur und Gesellschaft auseinander.

Durch einen offenen Dialog lernten die Schüler*innen, abstrakte Kunst zu verstehen und zu interpretieren.

Anschließend inspirierten die Porträts von Albrecht Fuchs („Nähe in der Distanz“) die Schüler*innen, sich selbst kreativ und frei von gesellschaftlichen Normen darzustellen.

Der Workshop ermöglichte es den Jugendlichen, die Kunsthalle als neuen, lebendigen Ort zu erleben, Kunst zu verstehen, selbst zu gestalten und sich selbst sowie ihre Stadt neu zu entdecken.

 

Kunsthallen-Entdeckungstour: „Erzähl uns etwas, das niemand weiß“ | Kulturrucksack NRW

Bei Fabrice Jucquois dreht sich alles um den Tanz. Mit Musik, neuen Bewegungen und einer inspirierenden und vertrauensvollen Atmosphäre haben die Schüler*innen des 7. Jahrgangs gelernt, ihre Komfortzone zu verlassen. Gemeinsam entdeckten sie ihren Körper neu und probierten Bewegungen einfach mal aus.

„Das Leben ist ein Risiko. Wir müssen probieren.“ – mit diesem Motto begleitete Fabrice Jucquois seinen Tanzworkshop „ensemble-Ensemble“ und ermutigte so, offen zu sein und Neues zu wagen.

Die spielerischen Übungen und Aufgaben haben nicht nur die individuelle Entwicklung der Schüler*innen gefördert, sondern auch das Zusammenwachsen als Klasse. Der Workshop bot Raum, sich selbst und den eigenen Körper sowie die Gruppe als Ganzes, neu kennenzulernen. Mit viel Achtsamkeit führte Fabrice Jucquois die Klasse auch an die Choreografie heran. In kleinen Gruppen entwickelten die Schüler*innen frei von Vorgaben eigene Improvisationen, die sie abschließend präsentierten.

Der Workshop hat den respektvollen, achtsamen und zwischenmenschlichen Umgang miteinander nachhaltig gestärkt. Fabrice Jucquois erinnerte daran, dass jeder tanzen kann, man das nur manchmal vergesse und dass jeder beim Tanzen eine ganz eigene und besondere Ausdrucksweise habe.

 

ensemble-Ensemble: Trau dich! | Kulturrucksack NRW

Das Schattentheater verbindet das Schauspiel, den Tanz, die Musik, die Bühne und lässt eine ganz besondere Kunst entstehen. Das AlarmTheater hat in diesem Jahr im Rahmen der Kulturwandertage den Workshop „Schattentheater #let’s play!“ mit Pauline Elges und Maris Zumholte angeboten. In den großen Räumlichkeiten des AlarmTheaters hatten die Schüler*innen Platz, sich frei zu entfalten und ihrer Kreativität auf allen Ebenen einen freien Lauf zu lassen.

Die Schüler*innen der 6. Klasse lernten diverse Techniken, mit denen man spielen kann. Sie spielten mit Größen, Entfernungen, Abständen, Licht, Farben, Figuren und großen Effekten, um in kleinen Gruppen ihre eigene Szenen zu entwickeln und proben. Sie lernten, ihre Ideen auf diese neue Art und Weise umzusetzen und sich durch Impulse Geschichten auszudenken und eine Atmosphäre zu entwickeln. In dem Workshop wurde die individuelle Kreativität in vieler Hinsicht gefragt, denn auch die Bühnengestaltung, die Requisiten und die Musik spielten neben dem tatsächlichen Schauspielen eine große und wichtige Rolle.

Die Balance zwischen Zuschauen und selbst aktiv sein, zwischen äußerer Inspiration und eigener Kreativität und zwischen Bekanntem und Neuem ließ während des Workshops von Pauline Elges und Maris Zumholte einen Raum entstehen, in dem die Schüler*innen kreativ werden konnten.

 

Schattentheater #let’s play! | Kulturrucksack NRW

Im Bauernhausmuseum fanden während der Kulturwandertage in Bielefeld unterschiedliche kreative und handwerkliche Workshops für täglich rund drei Schulklassen statt. In den zwei Wochen bot das Bauernhausmuseum unter anderem Platz für die Workshops „Aquarellmalen“, „Gänsekiel und Tintenfass“, „Drucken und Färben mit Pflanzen“, die Wollwertstatt und Waldworkshops.

Das Bauernhausmuseum war während der Kulturwandertage ein Zentrum für kreative und handwerkliche Workshops und beeindruckt jährlich durch die Diversität der Angebote, welche auch Bezug auf den Ort des Bauernhausmuseums nehmen.

 

 

 

Die Kulturwandertage im Bauernhausmuseum Bielefeld | Kulturrucksack NRW

Wer bin ich? Wer will ich sein? Und wofür will ich stehen?

Diesen Fragen sind die Schüler:innen des 6. Jahrgangs im Workshop „Show yourself“ des Künstlers Jan-Felix Chudarski nachgegangen: „Viel Bewegung, viel Spiel und viel Ausprobieren“ stand dabei im Fokus.

Zunächst wurden die Schüler:innen durch theaterpädagogische Übungen spielerisch an das Schauspiel herangeführt. Sie lernten, wie man unterschiedliche Gefühle ausdrücken kann und welche Strategien es beim Schauspiel gibt. Im Folgenden durfte die Klasse in kleinen Gruppen kreativ zunächst eigene Standbilder entwickeln und so üben, wie man Haltung zeigen und sich ausdrücken kann. Anschließend durften die Schüler:innen auf der Basis des Standbilds eine eigene Szene zum Thema „Streit“ erarbeiten. Dazu erhielten sie die beiden Sätze „Ich kann nicht mehr“ und „Ich hasse dich nicht“, die in ihren Szenen vorkommen mussten.

Nach dem Proben durften die Schüler:innen sich gegenseitig ihre Szenen vorstellen. Die beiden vorgegebenen Sätze führten unterbewusst dazu, eine Lösung für den Streit und das Problem zu finden und damit eine friedliche Deeskalation stattfinden zu lassen. Die Schüler:innen lernten so, wie einfach eine Konfliktsituation durch wenig Worte und Taten gelöst werden kann.

Die freiwillige Basis des Workshops durch das Motto „Jeder darf, keiner muss“ sorgte für eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der jeder Teilnehmende den Raum hatte, Spaß zu haben, lebendig zu werden und sich neu oder anders entfalten zu können. Die Schüler:innen lernten durch Jan-Felix Chudarskis Workshop ihre Ausdrucksweise zu verbessern, ihr Selbstbewusstsein weiter aufzubauen und ihre Persönlichkeit zu stärken.

 

Show yourself: Wer bin ich? | Kulturrucksack NRW

Stop Motion ist eine Filmtechnik, bei der Bewegung durch die Aneinanderreihung einzelner Bilder von unbewegten Motiven entsteht.

In dem Workshop „Stop Motion – Das Trickfilmstudio“ lernten die Schüler*innen durch die Künstlerinnen Vera Brüggemann und Jana Topel, wie diese Filmtechnik funktioniert und wie man eigene Werke entstehen lassen kann.

Zu Beginn des Workshops haben die Schüler*innen zunächst geklärt was Stop Motion überhaupt heißt, haben verschiedene Techniken kennengelernt, die sie für ihre eigenen Filme nutzen konnten und beschäftigten sich mit grundsätzlichen Fragen, beispielsweise „Wie sieht Bewegung aus?“. Sie durften basteln, malen, kleben und Knete benutzen. In Gruppenarbeit versuchten und lernten sie, ihre Ideen umzusetzen und gemeinsam von den individuellen Stärken zu profitieren.

Der Workshop wurde frei gestaltet. Den Künstlerinnen war es wichtig, den Schüler*innen einen Raum zu bieten, in dem sie etwas Eigenes schaffen konnten und nicht bedient wurden. Selbstlernen und Eigeninitiative stand hierbei im Fokus. Der Workshop bot jedem Teilnehmenden die Möglichkeit, individuell etwas Neues zu lernen und Fantasiebildung, Zusammenarbeit und Kreativität nachhaltig zu fördern.

 

Stop Motion – Das Trickfilmstudio | Kulturrucksack NRW