Mittwochskonzert Musikkulturen

Einfach mal mit dem Kulturamt Bielefeld auf Entdeckungs- und Vergnügungsreise zu den Archipelen ferner Musikkulturen aufbrechen – wie wäre es?

Erleben Sie einmal monatlich von Oktober bis März die musikalisch vielfältigen Traditionen anderer Länder bei den Mittwochskonzerten Musikkulturen im Kammermusiksaal der Rudolf-Oetker-Halle. Machen Sie neue Erfahrungen und begeistern Sie sich für ein außerordentliches Hörvergnügen! 

 

Das Programm der Mittwochskonzerte Musikkulturen 2026/27

4. November | Beyond the Roots

Beyond the Roots geht über die musikalischen Wurzeln einzelner Kulturen hinaus und eröffnet neue Wege des gemeinsamen Hörens, Erlebens und Gestaltens. Das 2020 in Köln gegründete Ensemble widmet sich dem lebendigen Dialog zwischen unterschiedlichsten musikalischen Traditionen und schafft einen Raum, in dem diese aufeinandertreffen und Neues entstehen lassen.

In Eigenkompositionen und Improvisationen gestalten die sechs Musiker*innen einen vielschichtigen Stil, der die Klangwelten des eurasischen Raums miteinander verbindet. Mit Sitar, Santur und Djoze im Zusammenspiel mit westlichen Klarinetten- und Geigenklängen sowie begleitet von Perkussionsinstrumenten verschiedener Herkunft entsteht ein facettenreiches Klangbild voller Ausdruckskraft. Beyond the Roots begeistert mit seinem unverwechselbaren Ensembleklang und lädt das Publikum zu einer musikalischen Reise voller Entdeckungen, Inspiration und kultureller Verbundenheit ein.

Annette Maye: Klarinette, Bassklarinette | Bassem Hawar: Djoze | Hindol Deb: Sitar | Kioomars Musayyebi: Santur | Albrecht Maurer: Violine | Murat Coşkun: Rahmentrommeln, Percussions

18. November | Telmo Pires

„Através do Fado“, portugiesisch für „durch den Fado“, beschreibt die persönliche und künstlerische Reise des Sängers Telmo Pires durch eine der traditionsreichsten Musikformen Portugals. Seine Konzerte widmen sich der faszinierenden Welt des Fado und zeigen dessen ganze Bandbreite, von tiefer Melancholie bis hin zu lebendiger Leichtigkeit und Lebensfreude.

Als einer der wenigen international erfolgreichen männlichen Vertreter des zeitgenössischen Fado begeistert Telmo Pires mit einer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz, die die Energie eines Rockstars mit der Sensibilität eines Geschichtenerzählers verbindet. Mit seiner markanten Stimme, großer Ausdruckskraft und einem authentischen Zugang zur Tradition lässt er die Musik Lissabons zeitgemäß und überraschend neu erklingen. Geprägt von seiner Lebensgeschichte zwischen Portugal und Deutschland schafft Telmo Pires ein eindringliches Klangerlebnis und lädt das Publikum zu einer Reise durch die emotionale Tiefe des Fado und seine kraftvolle Gegenwärtigkeit ein.

Telmo Pires: Gesang | Ivo Guedes: portugiesische Gitarre | Henrique Silva: klassische Gitarre | Pedro Sousa: Bass-Gitarre

2. Dezember | Cantvs Portugueses

Seit seiner Gründung im Jahr 2017 widmet sich das Ensemble Cantvs Portugueses der Bewahrung und zeitgemäßen Interpretation portugiesischer Musiktraditionen. Die zwölf Musiker*innen, die an der Hochschule für Musik und Tanz Köln studieren oder studiert haben, verbinden in ihren Stücken historische Melodien mit vielfältigen musikalischen Einflüssen und lassen die Klangwelten Portugals in neuem Licht erscheinen. Das Ensemble vereint Künstler*innen mit Wurzeln in Portugal, Brasilien und Slowenien und schafft daraus eine lebendige musikalische Vielfalt, die sich in jedem Konzert widerspiegelt.

Mit traditionellen Instrumenten wie Guitarra Portuguesa, Cavaquinho, Adufe sowie klassischen Orchesterinstrumenten entsteht ein Klang, der Tradition bewahrt und zugleich neu interpretiert. Verwurzelt in der traditionellen portugiesischen Musik und bereichert durch Einflüsse des Fado und der Musik der Portugiesischen Revolution, lädt Cantvs Portugueses das Publikum zu einem ebenso kraftvollen wie vielseitigen Konzertabend ein.

Joana Santos, Rita Rolo Morais: Gesang | Rossana Valente: Flöte | Diogo Fernandes: Saxophon | Francisco Soutinho Ventura: Fagott, Dudelsack, Trancanholas | Paulo Fernandes, Carlos Correia: Trompete | Juliette Serrié, Jacqueline Dourado: Adufes, Schlagwerk | Adriana Rolão Rupnik: Gitarre | João Martins: Cavaquinho, Guitarra Portuguesa | Carlota Ramos: Kontrabass

27. Januar | Ensemble Perismon

Das Ensemble Perismon vereint musikalische Traditionen aus dem mongolischen, persischen und jüdischen Kulturraum und schafft daraus einen Klangkosmos, der kulturelle Grenzen überschreitet. Im Repertoire der drei Künstlerinnen geht es um große, universelle Themen des menschlichen Lebens – von Sehnsucht und Glück bis hin zu Melancholie und Lebensfreude. Die Musik erzählt von gemeinsamen Erfahrungen und macht die verbindende Kraft unterschiedlicher Kulturen hörbar. Mit Violine, Harfe sowie den mongolischen Instrumenten Shudraga und Pferdekopfgeige entfalten Hagit Halaf, Enkhtuya Jambaldorj und Samira Memarzadeh eine außergewöhnliche Klangvielfalt zwischen kraftvollen Klanglandschaften und zarten, improvisierten Melodien.

Als Ensemble des Bridges Kammerorchesters steht Perismon für einen transkulturellen Ansatz, bei dem musikalische Traditionen einander begegnen und Neues entsteht.

Hagit Halaf: Violine | Samira Memarzadeh: Harfe | Enkhtuya Jambaldorj: mongolische Pferdekopfgeige, Shudraga, Kehlkopfgesang, Yatga

17. Februar | Saṃhitā

„Saṃhitā„, ein Begriff aus dem Sanskrit, bedeutet „zusammengefügt“ oder „vereint“. Das Ensembleprojekt bringt westliche klassische Musik, klassische indische Musik und Jazz in einen intensiven künstlerischen Austausch und lässt daraus eine eigenständige musikalische Sprache entstehen. Indische Ragas und Rhythmen treffen auf europäische Klangfarben und jazzige Improvisation und verbinden sich zu Kompositionen, die keinem der drei Genres allein zuzuordnen sind.

Im Zentrum des Klangs steht die Sitar: Ihr Ton verleiht dem großen Ensemble aus Streich-, Holz- und Blechbläsern sowie einer Jazz-Rhythmusgruppe eine ganz eigene Farbe. Unter der künstlerischen Leitung von Hindol Deb und Pascal Hahn entsteht so ein Klang, der Grenzen zwischen musikalischen Kulturen bewusst auflöst. Saṃhitā versteht sich dabei nicht nur als musikalisches Projekt, sondern als kultureller Brückenschlag. Dem Publikum wird die Tür zu einem Hörerlebnis geöffnet, das Ost und West zusammenbringt und verbindet.

Hindol Deb: Sitar, Komposition | Pascal Hahn: Komposition, Arrangement, Musikalische Leitung | Amelie Schoo: Querflöte | Anja Schmiel: Oboe, Englischhorn | Laura Austermann: Klarinette | Katharina Stritzker: Fagott | Katharina Koch: Violine | Pauline Buss: Viola | Tabea Hörsch: Cello | Clemens Orth: Klavier | Christian Ramond: Kontrabass | Jens Düppe: Schlagzeug

17. März | Mo’ong und Bilawa

Mo’ong und Bilawa verbinden die reiche Tradition der indonesischen Gamelan-Musik mit zeitgenössischen und experimentellen Klangwelten. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist die Philosophie des Gamelans: das gemeinschaftliche Musizieren an der Grenze zwischen Improvisation und Komposition. Aus dieser Idee entwickeln J. Mo’ong Santoso Pribadi und Bilawa Ade Respati eine eigenständige musikalische Sprache, die Tradition respektiert und zugleich neue Wege beschreitet.

Traditionelle Gamelan-Instrumente treffen auf selbstgebaute Klangobjekte, Live-Elektronik, bearbeitete Sound-Samples und elektronische Klangflächen. Dabei bleiben die charakteristische rhythmische Komplexität und die klangliche Vielfalt des Gamelans stets spürbar, während neue musikalische Räume entstehen. Als kreativer Dialog zwischen unterschiedlichen musikalischen Einflüssen erforscht das Duo die Frage, wie Gamelan-Musik in der Gegenwart klingen kann. Mo’ong und Bilawa laden das Publikum zu einem Konzert ein, das kulturelles Erbe stärkt und zugleich mutig in die Zukunft weist.

Mo’ong Santoso Pribadi: Gamelan, selbstgebautes Instrument | Bilawa Ade Respati: Gamelan, selbstgebautes Instrument